Wer sich für mögliche Anlageprodukte im Rahmen der eigenen Vermögensbildung und Altersvorsorge interessiert, schaut zunächst auf die Laufzeit sowie auf die Zinssätze einer bestimmten Anlageform. Schließlich hängt von diesen beiden Informationen die eigene Prognose von den zu erwartenden Einnahmen ab. Ein Faktor, der dabei auch berücksichtigt werden sollte, wird dabei meist übersehen: die Inflationsrate.
Wer die Nettorendite seines Anlageproduktes bestimmen möchte, muss vom jeweiligen Zinssatz die jährliche Inflationsrate abziehen. Das Statistische Bundesamt informiert jedes Jahr über die durchschnittliche Inflationsrate. Wer es noch genauer wissen möchte, dann kann sich beim Statistischen Bundesamt sogar über die monatliche Inflationsrate in Deutschland informieren.
Angenommen die jährliche Inflationsrate liegt in Deutschland bei 2 Prozent und die Verzinsung eines bestimmten Anlageproduktes lag in dem gleichen Jahr bei 5 Prozent, so ergibt sich daraus lediglich eine Nettoverzinsung von 3 Prozent. Angesichts dieses Abzugs stellen sich viele die Frage, ob sich die herkömmlichen Sparprodukte zur Vermögensbildung, wie etwa mehrjährige Sparbriefe oder Festgeldanlagen, überhaupt auf die Dauer lohnen. Manche meinen sogar, um wirklich dauerhaft Gewinn zu erzielen, müsste die Bruttorendite eines Sparprodukts bei mindestens 10 Prozent liegen.
Gegen dieses Szenario kann vor allem ein grundsätzlicher Einwand hervor gebracht werden: Man sollte nie statistische Durchschnittswerte und abstrakte Kategorien mit der konkreten Lebenssituation des Anlegers verwechseln. Das heißt, eine durchschnittliche Inflation von 2 oder 3 Prozent muss nicht notwendigerweise zu einem harten Renditeverlust im konkreten Einzelfall führen. Verteuern sich zum Beispiel im Laufe eines Jahres Zigaretten und Bier um sagen wir 10% Prozent, so wirkt sich diese allgemeine Teuerung auf den individuellen Sparer nur dann aus, wenn dieser selber Raucher und Alkoholtrinker ist. Ist dies nicht der Fall, so hat diese allgemeine Teuerung keinen Einfluss auf seine reale Rendite.
Dieses Beispiel dürfte deutlich machen, dass die konkreten Auswirkungen der durchschnittlichen Inflation auf eine einzelne Person entscheidend von deren konkreten Lebensumständen und -gewohnheiten abhängig ist. Man sollte deshalb nicht in Panik verfallen, wenn die eigene Rendite, die mit einem Sparprodukt erzielt wird, auf dem Papier nicht mehr so ertragreich aussieht, wenn man von ihr die allgemeine Inflationsrate abzieht.
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